Lange Zeit galt in der Welt der sozialen Medien vor allem eine Kennzahl als Maßstab für Erfolg: die Anzahl der Follower. Je mehr Follower ein Profil hatte, desto größer schien die Reichweite und damit auch der Einfluss. Doch mit der Zeit wurde deutlich, dass hohe Follower-Zahlen allein nicht ausreichen, um echten Erfolg zu gewährleisten. Die Manipulation durch gekaufte Follower und andere künstliche Wachstumsstrategien hat dazu geführt, dass Unternehmen und Marken ihre Strategie überdenken mussten. Heute ist klar: Entscheidend ist nicht die Anzahl der Follower, sondern die Qualität der Interaktion – und hier kommt die Community ins Spiel.
Die Illusion der Follower-Zahl
Follower-Zahlen stellen oft eine bloße Vanity Metric dar – eine Kennzahl, die zwar beeindruckend wirken mag, aber nicht zwangsläufig den tatsächlichen Erfolg widerspiegelt. Viele Unternehmen und Influencer verfügen über Millionen von Followern, doch wenn sie Inhalte veröffentlichen, bleibt die Interaktion gering. Warum? Weil ein Großteil dieser Follower passiv ist, sich kaum für den Content interessiert oder möglicherweise gar nicht mehr aktiv auf der Plattform unterwegs ist. Zudem hat die Zunahme von Bots und Fake-Profilen die Relevanz von Follower-Zahlen weiter reduziert.
Soziale Netzwerke optimieren ihre Algorithmen zunehmend darauf, Inhalte mit hohem Engagement zu bevorzugen – also solche, die viele Likes, Kommentare, Shares und Saves generieren. Der Fokus liegt auf Content, der Nutzer länger auf der Plattform hält und zur Interaktion anregt. Ohne eine aktive Community können selbst Profile mit hoher Follower-Zahl in der Content-Flut untergehen.
Die Kraft einer Community
Was Unternehmen und Marken tatsächlich benötigen, ist eine engagierte Community – eine Gruppe von Menschen, die sich mit der Marke identifizieren, sich aktiv beteiligen und für organische Reichweite sowie langfristige Kundenbindung sorgen. Eine starke Community bietet zahlreiche Vorteile:
- Höheres Engagement – Mitglieder einer Community fühlen sich verbunden und interagieren aktiv mit den Inhalten.
- Organische Reichweite – Hohe Interaktionsraten signalisieren den Algorithmen, dass der Content relevant ist, was zu mehr Sichtbarkeit führt.
- Langfristige Loyalität – Während Follower schnell kommen und gehen, bleibt eine echte Community bestehen.
- Vertrauen und Verkauf – Eine Community basiert auf gegenseitigem Vertrauen und dem Gefühl, gehört und geschätzt zu werden. Eine Community vertraut auf die Produkte oder Services der Brand und treibt damit die Sales in die Höhe.
Erfolgsmodelle: Drei Marken, die eine starke Community aufgebaut haben
Wie gelingt es Unternehmen und Content Creators, 2025 eine erfolgreiche Community zu etablieren? Drei herausragende Beispiele zeigen, wie es funktioniert:
Kraftrunners – Die ursprünglich in Berlin gegründete Lauf-Community nutzt Social Media, Podcasts und Live-Events, um eine starke Bindung unter ihren Mitgliedern zu schaffen. Durch gezieltes Storytelling, insbesondere von Eugen Fink, der mit dynamischen und emotionalen Erzähltechniken für hohe Interaktion sorgt, ist aus einer Community ein erfolgreiches Business mit Produkten und Veranstaltungen entstanden.
Aevor – Das Unternehmen verkauft Rucksäcke, doch bekannt wurde es durch eine humorvolle TikTok-Serie, die den Büroalltag von Generation-Z-Werkstudentin Bellinda und Gen-Y-Lead Felix inszeniert. Das unterhaltsame Storytelling hat eine treue Community geschaffen, die weit über das Produkt hinausgeht.
Malte Zierden – Der Instagram-Creator hat sich mit witzigen Erzählungen über seine Unfälle und seine Freundschaft mit der Taube Oskar eine loyale Community aufgebaut. Seine Community engagiert sich mittlerweile aktiv für den Tierschutz – ein Beweis für die Kraft authentischen Storytellings.
Strategien für den Community-Aufbau in 2025
Um eine erfolgreiche Community zu etablieren, sollten Marken und Creator folgende Prinzipien beachten:
- Starkes Storytelling – Schaut man sich alle drei Beispiele an wird klar- starkes Storytelling ist der Schlüssel für einen erfolgreichen Community Aufbau. Follower wollen unterhalten werden.
Wie das geht? Denke deine Marke als Drehbuch und nimm deine Follower mit zu Shootings oder Kampagnen, lass sie hinter den Prozess der Entwicklung einer Brand schauen und gib ihnen Markengesichter, die starkes Storytelling beherrschen. - Authentizität – Wir wissen natürlich- auf Social Media ist vieles gestellt. Trotzdem wollen wir als Follower das Gefühl bekommen, live dabei zu sein und mitten im Geschehen mitgenommen zu werden.
Das Gefühl bekommen wir nur, wenn wir regelmäßig mitgenommen werden in den Stories. Davon lebt ein Profil! - Plattformunabhängige Kanäle nutzen – Neben Instagram und TikTok können eigene Plattformen wie Discord, Telegram oder Newsletter eine wichtige Rolle spielen im Community Aufbau. Schau dir dazu deine Zielgruppe genau an und überleg, wie sie sonst gerne Medien konsumiert.
- Exklusivität schaffen – Durch exklusive Inhalte oder besondere Events wird die Community-Verbundenheit gestärkt.
- User-Generated Content einbinden – Die Einbindung der Community durch eigene Beiträge verstärkt das Zugehörigkeitsgefühl.
Unser Fazit: Fokus auf Interaktion setzen
Wer 2025 auf Social Media erfolgreich sein will, sollte den Fokus nicht auf bloße Zahlen legen, sondern echte Beziehungen aufbauen. Wir denken Marken nicht mehr in Bildern oder kurzen Videos, sondern verstehen eine Brand als Geschichte, die erzählt werden sollte! So schaffen wir echte Verbindungen und Neugierde.
Marken und Creator, die auf Interaktion, Vertrauen und einen nachhaltigen Austausch setzen, werden langfristig profitieren – denn nur eine aktive Community hat die Kraft, Marken und Ideen nachhaltig zu etablieren.